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Wenn der Finanzbeamte kommt

Wenn der Finanzbeamte kommt

Jun 25, 2013

Als Unternehmer ist man ständig damit konfrontiert, dass ein Außenprüfer des Finanzamtes vor der Tür stehen kann. Aber mitunter ist dies auch bei Privatpersonen der Fall. Und in letzter Zeit kommt das immer häufiger vor – warum? Wie bereitet man sich darauf vor und was kann man im Streitfall tun? Es gibt unter den Finanzbeamten natürlich wie in jedem Beruf verschiedene Spezies. Und nicht selten treten diese so auf, als wären alle Steuerzahler potenzielle Betrüger, die man geschickt überführen wird.

Dass sich ein redlicher Bürger bei manch einer solchen Behandlung entsprechend beleidigt und zu Unrecht verurteilt fühlt, ist nachvollziehbar. Andererseits gibt es genügend Steuersünder, die den Finanzbeamten den Spaß am Beruf verderben. Also sollten sich beide Seiten um eine sachliche Auseinandersetzung ohne persönliche Beleidigungen bemühen.

Bis zum Jahr 2010 war es nicht einfach, eine Außenprüfung bei solchen Bürgern durchzusetzen, die nur sogenannte Überschusseinkommen haben, wie Einkommen aus angestellten Tätigkeiten oder Gewinne aus Vermietung und Verpachtung bzw. Kapitalvermögen. Wollte hier ein Beamter prüfen, so musste er diesen Antrag begründen. Der Steuerzahler musste auch die Belege für diese Einkommen nicht aufbewahren. Nun müssen – besonders bei hohen Einkünften dieser Art ab 500.000 Euro – die entsprechenden Unterlagen sechs Jahre aufbewahrt werden. Und bei all denen, die dies betrifft, muss auch eine Außenprüfung akzeptiert werden, die nicht mehr genehmigungspflichtig ist. Da diese Steuerprüfung in den privaten Räumlichkeiten des Steuerzahlers nur mit dessen ausdrücklicher Genehmigung möglich ist, wird dafür oft das Büro des entsprechenden Steuerzahlers genutzt. Im Jahr 2011 wurde eine solche Prüfung bei rund 14 % der betroffenen Personen durchgeführt, so steht es in der Betriebsprüfungsstatistik. Und ein Anstieg wird vorhergesagt.

Daher ist es den Steuerzahlern anzuraten, eine Art Buchhaltung privater Natur durchzuführen, bei der die Unterlagen digitalisiert aufbewahrt werden. So wird man der Aufbewahrungspflicht gerecht und hat auch noch die Möglichkeit, dass das Finanzamt bei der Prüfung auch solche Angaben findet, die absetzbar gewesen wären und gar nicht eingefordert wurden. Prinzipiell gilt es, gelassen dem Termin entgegenzusehen und so gut als möglich alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man wirklich nicht gemogelt hat, und dabei sind nicht diverse Kleinbeträge wie die Briefmarkenrechnung gemeint.

Bildquelle:
© GG-Berlin / PIXELIO

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