Hier erfahren Sie alles zur Abgeltungssteuer

Kapitalerträge Abgeltungssteuer

Auf welche Kapitalerträge Abgeltungssteuer zu entrichten ist
-Überblick-
Verwendete Abkürzungen:

  • FSA für Freistellungsauftrag
  • NV-Bescheinigung für Nichtveranlagungsbescheinigung
  • DBA für Doppelbesteuerungsabkommen

Zinsen
Zinsen sind kapitalertragssteuerpflichtig zu dem Zeitpunkt in dem diese anfallen. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% werden weiterhin 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) erhoben. ES erfolgt ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend-auf die Abgeltungssteuer) für den Fall, dass kein ausreichender FSA besteht bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Dividenden Inland
Inländische Dividenden sind kapitalertragssteuerpflichtig im Zeitpunkt der Ausschüttung. Zur Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% kommen hinzu 5,5% Solidaritätszuschlag und ggf. 8 bzw. 9% Kirchensteuer. Es erfolgt ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer) für den Fall, dass kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Dividenden Ausland
Ausländische Dividenden unterliegen i. d. R. im Ursprungsland der Quellenbesteuerung. Die ausländischen Erträge sind jedoch in Deutschland im Zeitpunkt der Ausschüttung steuerpflichtig. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% werden weiterhin 5,5% Solidaritätszuschlag und (falls zutreffend) 8 bzw. 9% Kirchensteuer berechnet. Die Anrechnung der im Ausland gezahlten Quellensteuer geschieht entsprechend dem jeweiligen DBA. Ggf. erfolgt ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), falls die Wertpapiere in einem inländischen Depot verwahrt werden und kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt. Es ist zu beachten, dass die im Ausland gezahlte Quellensteuer die in Deutschland fällige Abgeltungssteuer sofort bei Zufluss mindert.

Zwischengewinne aus inländischen Fonds:
Bei Zwischengewinnen aus inländischen Fonds gilt, dass der steuerpflichtige Anteil im Zeitpunkt der Ausschüttung bzw. des Zuflusses (Verkauf) der Kapitalertragssteuer unterliegt. Auf die Abgeltungssteuer i. H. v. 25% sind weiterhin 5,5% Solidaritätszuschlag und (falls zutreffend) 8 bzw. 9% Kirchensteuer zu entrichten. Wichtig ist es zu beachten, dass die im Ausland gezahlte Quellensteuer die in Deutschland fällige Abgeltungssteuer unmittelbar bei deren Zufluss mindert. Es wird ggf. ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), sofern kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Zwischengewinne aus ausländischen Fonds
Liegen Zwischengewinne aus ausländischen Fonds vor, so unterliegt der steuerpflichtige Anteil im Zeitpunkt der Ausschüttung bzw. des Zuflusses (Verkauf) der Kapitalertragssteuer. Auf die Abgeltungssteuer i. H. v. 25% werden außerdem 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) berechnet. Es ist darauf hinzuweisen, dass die im Ausland gezahlte Quellensteuer die in Deutschland fällige Abgeltungssteuer unmittelbar bei deren Zufluss mindert. Für den Fall, dass die Anteile in einem inländischen Depot verwahrt werden erfolgt ggf. ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), sofern kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Laufende Erträge aus Zertifikaten

Bei den lfd. Erträgen aus Zertifikaten sind zwei “Fallgruppen” zu unterscheiden, die da sind:
Zertifikate ohne Kapitalgarantie: Diese sind kapitalertragssteuerpflichtig im Zeitpunkt ihrer Ausschüttung. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% sind zudem 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) zu entrichten. Es erfolgt ggf. ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), sofern kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV- Bescheinigung vorliegt.

Finanzinnovationen mit Kapitalgarantie: Diese sind kapitalertragssteuerpflichtig im Zeitpunkt ihrer Ausschüttung. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% werden weiterhin 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) berechnet. Ggf. wird ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer) vorgenommen, wenn kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Gewinne aus Termingeschäften
Entstehen Gewinne aus Termingeschäften, so sind diese kapitalertragssteuerpflichtig unmittelbar im Zeitpunkt des Zuflusses, ohne Berücksichtigung einer Spekulationsfrist. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% sind außerdem 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) zu zahlen. Es erfolgt ggf. ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer) für den Fall, dass kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Veräußerungsgewinne aus Aktien
Entstehen Veräußerungsgewinne aus Aktien, so sind diese in voller Höhe kapitalertragssteuerpflichtig und zwar im Zeitpunkt des Zuflusses, ohne Berücksichtigung einer einjährigen Spekulationsfrist. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% werden weiterhin 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffen) berechnet. Es erfolgt ggf. ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), wenn kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Veräußerungsgewinne aus Renten
Liegen Veräußerungsgewinne aus Renten vor sind diese kapitalertragssteuerpflichtig im Zeitpunkt des Zuflusses, ohne Berücksichtigung einer Spekulationsfrist. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% sind zudem 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) berechnet. Es erfolgt ggf. ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), sofern ein FSA nicht erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Veräußerungsgewinne aus Zertifikaten
Auch bei den Veräußerungsgewinnen aus Zertifikaten sind zwei “Fallgruppen” zu beachten:
– Zertifikate ohne Kapitalgarantie: Diese sind kapitalertragssteuerpflichtig unmittelbar im Zeitpunkt des Zuflusses, unabhängig von einer Spekulationsfrist. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% sind zudem 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) zu entrichten. Es erfolgt ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) auf die Abgeltungssteuer)für den Fall, dass kein FSA erteilt wurde bzw. der Zahlstelle keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Finanzinnovationen mit Kapitalgarantie: Diese sind kapitalertragssteuerpflichtig unmittelbar im Zeitpunkt des Zuflusses, unabhängig von einer Spekulationsfrist. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% sind des Weiteren 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) zu entrichten. Ggf. erfolgt ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), wenn kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Veräußerungsgewinne aus inländischen Immobilien, die nicht selbst genutzt sind:
Zu unterscheiden ist in
a) Veräußerungsgewinne innerhalb der Spekulationsfrist (10 Jahre):
Diese sind kapitalertragssteuerpflichtig unmittelbar im Zeitpunkt des Zuflusses. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% sind des Weiteren 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) zu entrichten.

b) Veräußerungsgewinne außerhalb der Spekulationsfrist:
Die hierfür anfallenden Erträge sind steuerfrei.

Veräußerungsgewinne aus ausländischem Immobilienbesitz:
Gewinne aus derlei Erträgen sind steuerfrei ohne Progressionsvorbehalt. Es gibt keine Relevanz einer Spekulationsfrist. Es erfolgt kein Abzug von Kapitalertragssteuer.

Gewinne aus der Rückgabe von Fondsanteilen:
Gewinne dieser Art sind kapitalertragssteuerpflichtig unmittelbar im Zeitpunkt des Zuflusses, ohne Berücksichtigung einer Spekulationsfrist. Auf die Kapitalertragssteuer i. H. v. 25% sind des Weiteren 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 bzw. 9% Kirchensteuer (falls zutreffend) zu entrichten. Ggf. erfolgt ein Abzug von 25% Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung bei Zufluss (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer) für den Fall, dass kein FSA erteilt wurde bzw. keine NV-Bescheinigung vorliegt.

Gewinne aus der Rückzahlung von Lebensversicherungspolicen:
Bei dieser Art von Gewinnen ist es erforderlich, auf einen längeren Zeitraum zurückzugreifen, weil Lebensversicherungen üblicherweise lange Laufzeiten haben. Dieser Umstand kann es mit sich bringen, dass sich während der Laufzeit die Rechtslage ändert. Und so ist es dann auch tatsächlich. Deshalb die nachfolgenden zeitliche Staffelung.

Rechtslage bei Vertragsabschluss bis spätestens 31.12.2004:
Beträgt die Vertragslaufzeit der Lebensversicherung zum Ablauf der Versicherung bzw. bei deren Kündigungszeitpunkt mindestens 12 Jahre oder wurden mindestens 5 Jahre lang Beiträge geleistet und die Todesfallleistung beträgt mindestens 60%, so bleibt die Differenz zwischen den eingezahlten Beiträgen und dem Auszahlungsbetrag steuerfrei. Auch wenn nur eine der aufgeführten Bedingungen nicht erfüllt ist, unterliegt der volle Unterschiedsbetrag bei Zufluss der 25%igen Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer), der Steuerpflicht.

Rechtslage bei Vertragsabschluss ab 01.01.2005:
Beträgt die Vertragslaufzeit der Lebensversicherung zum Ablauf- bzw. zum Kündigungszeitpunkt mindestens 12 Jahre und erfolgt die Auszahlung ab dem 60. Geburtstag, so bleibt die Hälfte der Differenz zwischen den eingezahlten Beiträgen und dem Auszahlungsbetrag steuerfrei. Die andere Hälfte wird mit dem persönlichen Steuersatz der Einkommenssteuer zzgl. Solidaritätsbeitrag und Kirchensteuer (falls zutreffend) besteuert. Da die betreffende Zahlstelle vom vollen Unterschiedsbetrag die 25 Prozent Kapitalertragssteuer einbehalten wird, zuzüglich der Soli- und jeweiligen Kirchensteuer (falls zutreffend), ist der Differenzbetrag über die Steuererklärung geltend zu machen.
Auch wenn nur eine der erwähnten Bedingungen nicht erfüllt ist, unterliegt der volle Unterschiedsbetrag der 25%igen Kapitalertragssteuer mit Abgeltungswirkung (zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlage und 8 bzw. 9% Kirchensteuer -wenn zutreffend- auf die Abgeltungssteuer) der Besteuerung.

Behandlung von realisierten Verlusten:
Im Fall negativer Einnahmen bzw. von Verlusten aus Kapitalvermögen -das sind auch die Spekulationsgewinne- können diese nur noch mit positiven Einnahmen bzw. Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Handelt es sich um Aktien, gilt zudem die Einschränkung, dass derartige Verluste nur noch mit entsprechenden Gewinnen verrechenbar sind. Bei den depotführenden Kreditinstituten, und bei jeder Depotstelle separat, werden zwei getrennt zu betrachtende “Verlustverrechnungskassen” eingerichtet. Geführt werden diese auch über das Kalenderjahr hinaus. Es sei denn, es wird eine gegenteilige Bescheinigung vorgelegt, die der Anleger im Rahmen seiner Steuererklärung einreicht. Verluste werden fortgeführt, wenn sie sich nicht direkt miteinander verrechnen lassen. Handelt es sich um so genannte Altverluste die aus privaten Veräußerungsgeschäften resultieren, können diese noch bis einschließlich 2013 mit Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Eine Verrechnung derartiger Verluste zu einem später liegenden Zeitpunkt ist sodann nur noch mit Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften möglich.