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Gerichtsentscheide zu Steuern 2013 und Testamentgebühren

Gerichtsentscheide zu Steuern 2013 und Testamentgebühren

Jul 15, 2013

Wer als Anleger Altverluste zu verkraften hat, kann damit bei der jetzigen Steuererklärung viel Geld sparen. Am Jahresende ist es damit vorbei – dann läuft die Frist aus. Wer vor der Einführung der sogenannten Abgeltungssteuer 2009 Papiere mit Verlust verkauft hat, dem entstanden solche „Altverluste“. Sollten in diesem Jahr neue, nun steuerpflichte Gewinne entstehen, so können diese gegeneinander aufgerechnet werden. Im Normalfall verrechnen Banken allerdings entstandene Gewinne mit aktuellen Verlusten. Dann kann erst das Finanzamt die Verrechnung mit den Altverlusten durchführen. Aber eine entsprechende Nachfrage bei der Bank lohnt sich.

Möchte man noch bevor die Frist ausläuft möglichst hohe Gewinne machen, um diese verrechnen zu können, sollte man Wertpapiere verkaufen, damit Gewinne entstehen. Auch kann man diese sofort wieder zurückkaufen. Bei abgeltungssteuerpflichtigen Anleihen lässt sich profitieren, wenn man diese vor dem nächsten Zinstermin verkauft. Denn der Käufer zahlt Stückzinsen und diese rechnet das Finanzamt nicht als Zinsen, sondern als Gewinne. Daher entstehe Verrechnungsspielraum.

Zudem gibt es die Möglichkeit, durch geschicktes Taktieren die alten Verluste jetzt zu verrechnen und dadurch neue entstehen zu lassen, die dann dauerhaft abgeschrieben werden können und nicht der genannten Frist unterliegen. Nötig ist dazu nur, zwei Depots zu führen, möglichst bei verschiedenen Banken. So kann man ein regelrechtes Spiegelbild des ersten Depots anlegen und im nächsten Jahr verkaufen.

Ebenfalls ein neues Urteil wurde bekannt zur Steuerzahlung auf privat genutzte Dienstfahrzeuge. Steht im Vertrag nicht ausdrücklich, dass eine private Nutzung untersagt ist, ging man bisher beim Fiskus davon aus, dass der Wagen auch privat genutzt wird und verlangte Steuern auf diese „Einnahme“. Allerdings konnte der Arbeitnehmer dies widerlegen. Diese Möglichkeit ist nun gestrichen. Es werden private Fahrten angenommen, was auch realistisch ist.

Anderes sieht es aus, wenn das Finanzamt bei Geschäftsführern von Gesellschaften, an denen sie selbst beteiligt sind, eine private Nutzung von Dienstfahrzeugen angenommen hat. Hier unterstellte man dies, auch wenn es laut dem Nutzungsvertrag verboten war. Nun muss geklärt werden, ob eine solche Nutzung vorliegt, und wenn ja, so wird der gewinnwerte Vorteil als Arbeitslohn versteuert oder als verdeckte Gewinnausschüttung im Falle einer Beteiligung.

Einen Gerichtsentscheid ganz anderer Art gab es aktuell zu dem großen Thema Vererben.

Testament hinterlegen wird billiger

Testament hinterlegen wird billiger

Setzt man ein Testament auf, will man sicherstellen, dass es im Falle des Todes gefunden wird. Dazu kann man es beim Gericht hinterlegen. Dies kostet zukünftig pauschal 75 Euro. Bislang waren die Kosten vom vererbten Wert abhängig und unter Umständen wesentlich höher. Bei einer halben Million waren es schon über 200 Euro, die an Gebühren verlangt wurden. Auch die Eröffnung des Testamentes wird für die Hinterbliebenen preiswerter. Denn auch dies war vermögensabhängig und konnte durchaus um die 400 Euro betragen. Nun wurde die Gebühr gesenkt und beträgt pauschal 100 Euro.

Mit dieser Entscheidung zugunsten der Bürger hofft man, dass mehr Testamente bei Gericht landen und es damit weniger Streit gibt, der dann wiederum über Jahre die Gerichte beschäftigt.

Bildquelle: © Matthias Preisinger / PIXELIO
Bildquelle: © Rainer Sturm / PIXELIO

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