Hier erfahren Sie alles zur Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer und das Steuerschlupfloch Schweiz

Die Schweiz ist als eine Steueroase bekannt. Seit Zeiten. Nicht zuletzt auch durch das strikt verfochtene und praktizierte Steuergeheimnis. Nicht nur deutsche Steuerzahler haben die “schweizer Gelegenheit” genutzt, um ihr Geld in die Schweiz zu bringen. Das gehandhabte Bankgeheimnis hat Menschen aus der ganzen Welt verleitet, ihr Geld dort zu deponieren. Der Grund dafür ist immer der gleiche, Steuern sparen oder Geld waschen.  Besonders Deutschland und die USA haben nicht nur international, sondern auch direkten Druck auf die Schweiz ausgeübt.

Soweit man derzeitigen Berichten glauben darf, sind die in der Schweiz deponierten Geldbeträge gewaltig. So sollen auf schweizer Banken etwa zwei Billionen Euro liegen, die von ausländischen Kunden eingebracht worden sind. Geschätzt wird, dass davon 345 Milliarden Euro auf Deutschland, Italien und Großbritannien entfallen. Etwa 660 Milliarden Euro sollen aus Westeuropa stammen, die nicht versteuert sind.

Das Thema Abgeltungssteuer ist Gegenstand des beabsichtigten Deutsch- Schweizerischen-Steuerabkommens. Hier ist vorgesehen, dass die Schweiz sich verpflichtet, für alle von deutschen Bürgern vorgenommene Anlagen, die nach deutschem Recht anfallende Abgeltungssteuer für Kapitalerträge (als Quellensteuer) an die deutsche Finanzverwaltung abzuführen. Das zwischen beiden Staaten bereits konzipierte Abkommen ist in seiner Ratifizierung derzeit jedoch gestört durch die von deutschen Behörden aufgekauften CDs mit Kundendaten deutscher Anleger. Dies ergab durchaus beachtliche Teilerfolge. Allein eine im Februar 2010 gekaufte CD brachte über die sich daraus entstandenen Selbstanzeigen 1,225 Milliarden Euro für den deutschen Fiskus. Die Bundesregierung möchte jedoch erreichen, dass eine generelle Lösung erzielt wird, die auf verbindlicher staatlicher Ebene zwischen den Regierungen der Schweiz und Deutschland herbeigeführt wird.

Bereits jetzt hat das beabsichtigte, wenn auch derzeit durch die CD-Ankäufe belastete Abkommen, Spuren hinterlassen. Diese gehen jedoch in zwei Richtungen. Eine ist gekennzeichnet von dem Bestreben schweizer Banken, Kundengelder auf andere ausländische Konten zu deponieren und damit “auszulagern”. Andererseits gehen, zumindest teilweise, schweizer Banken nicht mehr auf Kundenwünsche zur Anlegung von Konten ein, wenn nicht das Einverständnis erklärt wird, dass die Erträge nach Deutschland gemeldet werden dürfen. Dies ergaben Recherchen mit “Testkunden”. Die schweizer Banken gehen davon aus, dass Hunderte Milliarden Euro bzw. Franken in den nächsten Jahren aus der Schweiz abfließen werden.