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Ab sofort arbeiten die Deutschen für sich selbst

Ab sofort arbeiten die Deutschen für sich selbst

Jul 11, 2013

Die Deutschen haben dieses Jahr mehr als sechs Monate ausschließlich für den Staat und die Sozialkassen gearbeitet. Zu einer Revolte kommt es deshalb nicht, denn der Fiskus wendet geschickte Tricks an. Rot-grüne Aufschläge könnten das Fass allerdings zum Überlaufen bringen. Wer am 08. Juli eine Flasche Sekt öffnet, um diesen Tag zu feiern lässt die Kasse vom Bundesfinanzminister und 16 Landesfinanzministern klingeln. Für eine Flasche Sekt zum Preis von zehn Euro bekommen sie 1,60 Euro Umsatzsteuer. Wolfgang Schäuble hingegen muss die 1,02 Euro Schaumweinsteuer nicht teilen. Steuern und Sozialabgaben die Winzer, Sektkellerei, Spediteur und Einzelhändler vorgestreckt haben werden beim Einkauf natürlich auch mit bezahlt. Es ist also rund die Hälfte von den 10 Euro, die der Vater Staat bekommt.

Der Steuerzahlergedenktag

Auch wenn der 8. Juli 2013 kein Feiertag ist hat er für die soziale Marktwirtschaft und das Verhältnis der deutschen Bürger zum Staat oder umgekehrt eine besondere Bedeutung. Dieses Jahr mussten die Deutschen bis zu diesem Tag nur arbeiten um Steuern und Abgaben abzubezahlen. Für den Rest des Jahres darf in die eigene Tasche gewirtschaftet werden. Der Bund der Steuerzahler nennt diesen Tag „Steuerzahlergedenktag“. Hartz-IV-Bezieher bekommen ihren Lebensunterhalt per Regelsatz komplett aus der Staatskasse, aber über Verbrauchersteuern liefern sie davon nahezu 30 Prozent wieder beim Fiskus ab. Daher wird bei der Bundestagswahl 2013 auch über den Kalender abgestimmt. Geht es nach der SPD, den Grünen und der Linkspartei wird die Steuerlast für Gut- und Spitzenverdiener sowie Vermögende erhöht und im Gegenzug sollen Geringverdiener entlastet werden. Für den Fiskus bliebe unterm Strich wieder einmal ein Plus.

Viel versprochen, wenig realisiert

Steueraufkommen

Steueraufkommen

Vor vier Jahren gab es schon einmal einen Steuerwahlkampf. Vor allem die FDP hat eine radikale Umkehr im System versprochen. Es sollte einfach, niedrig und gerecht zugehen. Das Versprechen haben die Liberalen allerdings nicht durchgesetzt. Zuerst sind sie an Schäuble gescheitert und dann an der Euro- und Staatsschuldenkrise. Vieles wurde versprochen und wenig realisiert. Die Entlastungen bei den Sozialabgaben sind zwar gut aber die Höhe der steuerlichen Belastung ist weiterhin schlecht.

Üppige Steuereinnahmen

Die Steuern sprudeln üppig, denn die Konjunktur ist gut, die Unternehmen fahren ordentliche Gewinne ein, Löhne wurden erhöht und es gibt mehr Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Einnahmen von Bund und Ländern zwischen Januar und Mai um drei Prozent auf 218 Milliarden Euro gestiegen. Arbeitsnehmer haben fast 7 Prozent mehr Lohnsteuer bezahlt und Kapitalgesellschaften haben 10 Prozent mehr Körperschaftssteuer abgeführt. Im Gegensatz dazu wirkt die Steuerschätzung von Bund, Ländern und Wissenschaftlern wie Tiefstapelei. Dieses Jahr soll das Steueraufkommen lediglich um 2,5 Prozent auf 615 Milliarden Euro wachsen. Bis 2017 soll sich das Steueraufkommen auf 704 Milliarden Euro erhöhen, was gegenüber 2012 ein Anstieg um über 100 Milliarden bedeuten würde. Dann kommen der Bund und sogar das chronisch klamme Land Berlin ab dem Jahr 2015 keine neuen Schulden mehr machen müssen. Den Sozialkassen geht es dank den Beiträgen von Beschäftigten und Unternehmen ebenfalls so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ende 2012 haben sie einen Überschuss von nahezu 16 Milliarden Euro verzeichnet. Bei dieser Berechnung wurden die Sozialabgaben mitgezählt, da es sich dabei um Zwangsabgaben handelt.

Bildquelle 1: ©Rainer Sturm / pixelio.de
Bildquelle 2: ©Thorben Wengert / pixelio.de

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